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 38. LITERATURTAGE
Rauriser Literaturpreise

38. RAURISER LITERATURTAGE

38. Rauriser Literaturtage

ZWISCHEN DEN WORTEN . ZWISCHEN DEN WELTEN

Das diesjährige Programm reicht thematisch von der Mongolei über Korea, Fès und Istanbul, Slowenien und Ungarn bis Zürich, Wien, Salzburg und Berlin. Zu Gast sind Autorinnen und Autoren, die von einer Kultur in die andere gingen, gehen mussten oder sie freiwillig als eigene neue angenommen haben.

Menschen, die aus fremden Sprachen in den deutschen Sprachraum kamen, aus ihm vertrieben wurden oder ihn als Spielmaterial, Sehnsuchtskraft oder Vermittlungspotenzial nützen. Eine Thematik, die Ausdruck einer Migrationszeit ist, die von Flucht und Exil, aber auch von Neugier und Hoffnung geprägt ist, die Verlust und Bereicherung bedeuten kann und bei den Zuhörenden Horizont erweitern und Herzen öffnen sollte.

Herbert Kuhner, der 1939 von Wien aus vor den Nationalsozialisten bis in die USA flüchten musste, schreibt seither seine Dichtungen in englischer Sprache. Jahrzehnte später und unter anderen politischen Vorzeichen emigrierten die Familien von Vladimir Vertlib aus Russland und Michael Stavaricˇ aus Brünn nach Österreich, wo sie ein neues Zuhause zu finden hofften.

Der Türkei ist ein eigener Schwerpunkt gewidmet: Drei Autorinnen werden zu Gast sein – eine, die in ihre Heimat zurückkehrte, eine, die zwischen Istanbul und Berlin pendelt, und eine, die sich für Deutschland entschied: Asli Erdogan, Esmahan Eykol und Emine Sevgi Özdamar. Die große Integrationsfigur zwischen Orient und Okzident, Barbara Frischmuth, liest im Anschluss an ein Gespräch erstmals in Österreich aus ihrem neuen Roman.

Der Samstagnachmittag bringt eine Begegnung mit der vielsprachigen Poetin Ilma Rakusa, und zwei große Romane entführen in das Reich von Historie und Schicksalhaftigkeit: der Slowene Drago Jancˇar in das Barock der Pilgerzüge von Krain über Salzburg nach Köln, die Ungarin Terézia Mora, die seit 1990 in Berlin lebt, in die bedrängende Gegenwart von Flucht und Assimilation.

Der Samstagabend gleicht einem vielstimmigen Orchester: Den Auftakt machen Stefan Weidner und Hoo Nam Seelmann, die in der arabischen und koreanischen Sprache der Frage nach der Unterschiedlichkeit von Worten und Begriffen in verschiedenen Kulturen nachgehen. Galsan Tschinag aus der Mongolei schreibt auf Deutsch über die geheimnisvolle Welt der Nomadenvölker Zentralasiens. Erstmals in Rauris ist auch Ilija Trojanow, der „Weltensammler“ zwischen Bulgarien, Indien und Afrika. Den Abschluss gestaltet Wladimir Kaminer, der von Moskau nach Berlin ging und nach seiner Lesung mit einer feinen kleinen „Rauris-Russendisko“ die lange Literaturnacht beschließt.

Die Verleihung der Literaturpreise, das traditionelle „Gespräch über Kindheit“, das Schulprojekt und vielfältige Rahmenprogramme runden die fünf Tage im Pinzgauer Hochtal ab, die, so hoffen wir, für Sie unverwechselbar sein werden.

Wir hoffen, daß Sie kommen können und freuen uns auf Sie,
Ihre Brita Steinwendtner
und das Team des Kulturforums im Literaturdorf Rauris



 

26. bis 30. März 2008